Recruiting in Zeiten von Homeoffice und Social Distancing: Worauf kommt es beim Employer Branding an?

Solange die Impfquote hierzulande noch ausbaufähig ist, bestimmen Homeoffice und Social Distancing alle Lebensbereiche – auch beim Recruiting. Das macht es Unternehmen besonders schwer, neue Mitarbeiter zu werben und das Onboarding effektiv zu gestalten. Worauf kommt es beim Employer Branding jetzt an, um sich am Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und bei der Besetzung vakanter Stellen positive Signale zu setzen?

Sicherheitsbedürfnis erfüllen
Die aktuell wirtschaftlich unsicheren Zeiten führen dazu, dass unbefristet Beschäftigte das Risiko des Jobwechsels scheuen und dazu neigen, beim bekannten Unternehmen zu bleiben – auch wenn das ihr berufliches Vorankommen behindert oder sie tendenziell unzufrieden sind. Berufseinsteiger wiederrum sind unsicher, wie ihre künftige Karriere aussehen könnte. Sie suchen nach krisensicheren Anstellungen, die ihnen eine Perspektive geben. Daher sind städtische Einrichtungen mit der Aussicht auf Beamtenstatus hoch im Kurs. Als Arbeitgeber können Sie beim Employer Branding daher punkten, wenn Sie den Fokus auf Arbeitsplatzsicherheit legen und dafür langjährige 

Quereisteigern eine Chance geben
Die Event- und Reisebranche sowie das Gastro- und Hotelgewerbe erleben eine Neuorientierung und Abwanderung der Bestandsmitarbeiter, die häufig von Kurzarbeit betroffen sind. Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung. Quereinsteiger sind offen für neue Beschäftigungsverhältnisse und oftmals sehr motiviert, sich weiterzubilden bzw. tiefgehend in neue Tätigkeitsfelder einzuarbeiten. Das kann je nach Stellenprofil eine Chance für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen bieten. Präsentieren Sie sich im Rahmen des Employer Brandings als offener Arbeitgeber mit fundiertem Einarbeitungskonzept und der Möglichkeit zur (berufsbegleitenden) Weiterbildung. 

Social Media zur Ansprache nutzen
Je nachdem welche Altersgruppe Sie als Arbeitgeber mit Ihren Employer Branding Maßnahmen erreichen möchten, lohnt es sich, verschiedene soziale Netzwerke im Blick zu behalten, um auf sich aufmerksam zu machen und interessante Bewerber aktiv anzusprechen (Active Sourcing). Auf Xing tummeln sich insbesondere Arbeitnehmer aus Deutschland mit mittlerem Einkommen. LinkedIn hält zwar internationale Kontakte bereit, wird aber auch für den deutschen Arbeitsmarkt immer relevanter – insbesondere für sehr gut ausgebildete Arbeitnehmer, auch in den höheren Einkommensklassen. Die Generation Z hält sich gerne auf Instagram, Snapchat oder TikTok auf. Facebook ist bei den 16-24-Jährigen hingegen nicht so beliebt.
Welcher Content besonders gut funktioniert, hängt stark von der jeweiligen Zielgruppe ab. Verschiedene Impulse könnten authentische Einblicke in den Berufsalltag Ihrer Mitarbeiter sein, kleine Fitnessübungen zur Gesundheitsprävention im Homeoffice, amüsante Mitarbeiterchallanges oder DIY-Tipps der Belegschaft. In jedem Fall sollten Sie Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitsplatz präsentieren und originelle Inhalte veröffentlichen, die idealerweise zur Interaktion anregen. Beachten Sie jedoch, dass ihr Social Media Stil zur Firmenphilosophie passen und authentisch sein sollte. 

Mitarbeiterempfehlungen nutzen
Besonders glaubwürdig sind für potenzielle Bewerber Äußerungen und Posts von Mitarbeitern, die bereits in Ihrem Unternehmen arbeiten. Wenn diese Ihre Jobanzeigen teilen oder sich positiv über das Unternehmen und die Unternehmenskultur äußern, gewinnen Sie als Arbeitgeber durch die Mund-zu-Mund-Propaganda einen echten Wettbewerbsvorteil. Stellen Sie auf Ihrer Karrierewebsite, Ihrem Blog, Magazin oder in Ihren Social Media Posts Aktionen mit Ihren Mitarbeitern vor, die das soziale Engagement des Unternehmens widerspiegeln, Ihre Pro-Diversity oder ökologische Nachhaltigkeit. Wichtig ist es dabei, Ihre Arbeitnehmer in den Fokus zu stellen. Das wirkt authentischer als lediglich zu behaupten, diese Werte würden für Sie als Arbeitgeber eine Rolle spielen.

Werte kommunizieren
Für die neue Generation von Arbeitnehmern werden die Werte, für die Ihr Arbeitgeber steht, immer relevanter. Ein gutes Gehalt und verschiedene Benefits alleine reichen nicht mehr aus, um sich am Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Ein Mangel an Werten oder eine wahrgenommene Beliebigkeit machen Unternehmen für Bewerber schnell unattraktiv. Für welche Werte steht Ihr Unternehmen, die im Rahmen des Employer Brandings besonders hervorgehoben werden sollten? Unternehmenswerte können beispielsweise sein: Vertrauen durch Ehrlichkeit und Fairness im Umgang, Verantwortung durch Einbeziehen der Mitarbeiter, Integrität, Respekt, eine offene Kommunikation als Zeichen der Wertschätzung, individuelle Förderung und Weiterentwicklung, Nachhaltigkeit, eine gute Work-Life-Balance durch flexible Arbeitszeitmodelle und Gesundheit fördernde Maßnahmen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder ein wertschätzender Führungsstil. Wenn Sie eine authentische Werte-Basis für sich als Unternehmen definiert haben, können Sie auch besser einschätzen, welche neuen Mitarbeiter aufgrund ihrer eigenen Werte und Motivation gut zu Ihnen passen. Fehlende Hard Skills neuer Mitarbeiter können im Zweifelsfall noch erlernt werden – im besten Fall im Berufsalltag. Aber eine gänzlich andere Einstellung zu Ihren wichtigsten Werten kann den Zusammenhalt und die effektive Zusammenarbeit in der Belegschaft stören.

Verantwortung zeigen
Als Arbeitgeber haben Sie eine Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Mitarbeitern, die sich auf viele Bereiche erstreckt. Sicherheit und Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz sind wichtige Bestandteile, die auch im Homeoffice gelten sollten. Kommunizieren Sie im Rahmen des Employer Brandings Ihr Konzept dazu! Insbesondere in Zeiten des Social Distancing ist Mitarbeitern dieses Thema wichtig. Wie sind die Pausenregelungen im Homeoffice? Müssen Ihre Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar sein? Inwieweit statten Sie den Heimarbeitsplatz aus oder gewähren Zuschüsse? Unterstützen Sie Online-Kurse bei Rückenbeschwerden? 

Auch die Themen Persönlichkeitsrechte (z.B. Recht auf Privatsphäre, Schutz vor Mobbing etc.) und psychische Gesundheit rücken immer stärker in den Fokus. Der DAK-Psychreport 2021 erfasste rund 265 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte aufgrund psychischer Erkrankungen. Ein neuer Höchststand, für den zumindest teilweise die Pandemie mitverantwortlich sein dürfte.
Für Führungskräfte ist es deutlich schwieriger beginnendes Burnout oder Warnsignale für andere psychische Beschwerden zu erkennen, wenn sich ihre Mitarbeiter im Homeoffice befinden und der persönliche Kontakt vor Ort stark eingeschränkt ist oder ganz fehlt. Bieten Sie hierzu Schulungen an, die sensibilisieren oder implementieren Sie virtuelle Kaffeerunden, um nah am Mitarbeiter zu bleiben. Insbesondere der Bewerbungs- und anschließende Onboardingprozess sollte vor dem Hintergrund des Social Distancing neu durchdacht werden. Unterstützen Sie Ihre neuen Mitarbeiter dabei, in Ihrem Unternehmen Fuß zu fassen. Implementieren Sie beispielsweise ein Patensystem, um neue Kollegen nicht alleine zu lassen.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch! Wir beraten Sie gerne in allen Fragen rund um das Thema Employer Branding:

 

Katrin Jetter (Senior Consultant)
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